Statement von Joachim Schäfer, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf GmbH, zur COMPAMED 2010

Nach einem starken Ergebnis im Vorjahr liegt die COMPAMED auch 2010 weiter im Aufwind. Vom 17. bis 19. November werden parallel zur weltgrößten Medizinmesse MEDICA in den Hallen 8a und 8b des Düsseldorfer Messegeländes wieder mehr als 500 Aussteller aus gut 25 Ländern neuartige Lösungen und Services für den Zuliefermarkt der medizintechnischen Fertigung, z. B. Mikrosystemtechnik, Nanotechnologien, neue Materialien oder auch Verpackungen und Dienstleistungen thematisieren.

Zwar haben die in diesen Bereichen tätigen Unternehmen laut Befragung des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik im Jahr 2009 mit Exportrückgängen, Umsatzeinbußen und Finanzierungslücken zu kämpfen gehabt. Aber gerade aus der Wirtschaftskrise ergeben sich für die COMPAMED neue Chancen. Denn auf die schwierigeren Bedingungen haben viele Unternehmen nicht nur mit Sparanstrengungen reagiert, sondern auch mit Diversifizierung. Hinsichtlich der Ausdehnung der Geschäftsfelder scheinen medizintechnische Applikationen besonders vielversprechend, wovon wiederum die COMPAMED – High tech solutions for medical technology profitiert.

In welchem Maße die Unternehmen der Zulieferbranche treibende Kräfte für Innovationen und Effizienz sind, das unterstreichen die COMPAMED oder auch die Vorträge im Rahmen des COMPAMED-Frühjahrsforums jedes Jahr auf ein Neues. Zur letzten COMPAMED wurden beispielsweise metallorganische Verbindungen, so genannte Sterione, von einem Aussteller thematisiert. Diese Sterione lassen sich als dauerhaft wirkende Additive in Materialien, Lacke oder Pulverbeschichtungen einbringen. Sie sind wirksam gegen Bakterien, Viren oder auch Pilze. Wenn also Böden, Griffe oder Schalter in Praxen und Kliniken entsprechend ausgerüstet sind, kann das die Zahl der Infektionsquellen drastisch senken. Die European Science Foundation geht davon aus, dass jährlich 1,75 Millionen Infektionen in Kliniken erworben werden, 10 Prozent davon enden tödlich. Diese Zahlen zeigen, wie sehr Lösungen zur Steigerung der Hygiene für Versorgungseinrichtungen gefragt sind. Die passenden Antworten gibt die COMPAMED.

Nicht nur dem Kampf gegen unerwünschte Anhaftungen am Inventar von Versorgungseinrichtungen haben sich die COMPAMED-Aussteller verschrieben. Teils sind sie selbst auf Beschichtungen bis hinab in den Nanobereich spezialisiert, etwa für medizinische Systeme wie Katheter oder Stens. Neuartige Beschichtungstechnologien verhindern diesbezüglich, dass sich schädliche Proteine, Zellen oder auch Bakterien an den Implantaten ansiedeln. Entzündungen und in der Folge kostenintensiven Nachbehandlungen wird dadurch entgegengewirkt.

Aber nicht nur Innovationen hinsichtlich der Beschaffenheit und der Konstruktion medizintechnischer Bauteile umfasst das Leistungsspektrum der COMPAMED-Aussteller. Sie bieten auch passgenaue Dienstleistungen für die medizintechnische Industrie. Exemplarisch anzuführen ist in diesem Zusammenhang etwa das Handling von Ersatzteilen. Für Hersteller bestehen oft über viele Jahre Nachlieferungsverpflichtungen. Gerade zum Ende eines Produktzyklus rechnet sich die Bevorratung aber in den seltensten Fällen. Gezieltes Outsourcing kann eine Lösung für dieses Problem sein. Dienstleister, wie sie sich im Rahmen der COMPAMED präsentieren, bieten je nach Kundenwunsch eine sachgerechte Lagerung von Produkten an oder auch ein Re-Engineering, bei dem preisgünstigere Komponenten und Herstellerverfahren genutzt werden können. Experten schätzen, dass auf diese Weise der externen Vergabe von Prozessen die Medizintechnikhersteller gut 25 Prozent an Kosteneinsparungen realisieren können.

Neben der Entwicklung und Produktion einzelner Komponenten agieren Zulieferer verstärkt auch als Auftragsfertiger für komplette medizintechnische Geräte und Produkte. Ob Telemedizin-Einheit, EKG-Gerät, Pulsoximeter oder Defibrillator, die Liste von in Auftrag gefertigten Produkten und Geräten wird immer länger. Auftragsfertiger können hier vor allem durch eine größtmögliche Vereinheitlichung der verwendeten Bauteile Kostenvorteile gegenüber der Fertigung durch den Kunden selbst herausarbeiten. Für die Kunden wiederum ergibt sich durch die externe Vergabe der Fertigung der Vorteil, sich auf Kernfelder zu spezialisieren, gleichzeitig aber bei vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz ein Komplettangebot anbieten zu können. Denn die medizinischen Anwender in der ambulanten und stationären Versorgung wissen die Lieferung und den Service „aus einer Hand“ zu schätzen.

Den „Electronic Manufacturing Services“ (EMS), also der kompletten Auftragsfertigung von Bauteilen und Geräten inklusive komplexer Prüfleistungen zur Qualitätssicherung, ist auf Grund ihrer gestiegenen Bedeutung wieder ein eigener Bereich gewidmet bei der COMPAMED 2010 im Ausstellungsbereich des Produktmarktes des IVAM Fachverbandes für Mikrotechnik (Halle 8a).

Immer bedeutsamer werden auch adäquate Verpackungen für Medizinprodukte. Rund 10 Prozent aller Aussteller der COMPAMED sind in diesem sehr vielfältigen Bereich geschäftlich aktiv. Gezeigt werden zum Beispiel Folien und Verpackungen für sterile Produkte oder auch maßgeschneiderte Lösungen aus unterschiedlichsten Kunststoffen für kleine Serien und Sonderformen.

Als führende Branchenveranstaltung ist die COMPAMED nicht nur die maßgebende Plattform zur Präsentation neuer Produkte und Services, sondern bietet auch Raum für den Gedankenaustausch unter Experten. Im Rahmen des ebenfalls vom IVAM Fachverband für Mikrotechnik organisierten COMPAMED-Forums (Halle 8a) referieren hochqualifizierte Spezialisten von Zulieferern über aktuelle Trends und ihre neuen Produkte. Fokusthemen des Forums sind neue Materialien für medizintechnische Geräte, Produktionsverfahren sowie Mikrosysteme für den Einsatz in der Medizintechnik.